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Online Panel E-Mobilität: „E-Ladeinfrastruktur: Power for Mobility – vom Gebäude bis zum Fahrzeug“ (6. Mai 2021)

Mit „E-Ladeinfrastruktur: Power for Mobility – vom Gebäude bis zum Fahrzeug“ stand am 6. Mai 2021 ein weiteres spannendes Thema der Building Technology Experts der Messe Frankfurt und des Ökosystem innovativer Immobilienwirtschaft Builtworld auf dem Programm.

Vier Experten teilten ihr Know-how darüber, was in der Planung einer E-Ladeinfrastruktur wichtig ist, wie zukunftsfähige Lösungen aussehen können und welche Schritte notwendig sind, um die Energiewende zu vollziehen.

Online Panel E-Mobilität: „E-Ladeinfrastruktur: Power for Mobility – vom Gebäude bis zum Fahrzeug“ (6. Mai 2021)

Moderator: Wolfgang Moderegger (Builtworld)

Experten:

  • Ferdinand Schlutius, Leiter Commerce, ABL SURSUM
  • Stefan Ahlers, Leitung Projektvertrieb, ABB Elektrifizierung
  • Volker Lazzaro, Geschäftsführer, Mennekes Elektrotechnik
  • Alexander Weihe, Head of Innovation & Business Building, Vonovia

Bestandsimmobilien: Wie kommt die Leistung ins Gebäude?

Während im Eigenheim jeder selbst entscheiden kann, wann und wie er sein Kabel zu Stellplatz, Carport oder Garage verlegt, sieht es bei Mietobjekten anders aus. Hier müssen Immobilienbetreiber entscheiden, wie sie mit dem Thema E-Ladeinfrastruktur umgehen. Denn Wohnungsbaugesellschaften stehen vor der Aufgabe an bis zu 100.000 Parkplätzen Ladepunkte zu installieren. Die Herausforderung besteht dabei in der bezahlbaren Installation.

Die Expertenrunde stellte fest, dass Kosteneinsparungen durch folgende Maßnahmen möglich sind:

  1. Installation der Wallboxen an Wänden: Ein Gerät an der Wand anzubringen ist einfacher, als aufwendige Erdarbeiten, um Kabel in der Erde zu verlegen oder im Außenbereich Geräte aufzustellen.
  2. Ansammlungen von Ladepunkten: Die Connectivity-Kosten lassen sich deutlich reduzieren, da über ein Modem beispielsweise 30 Wallboxen kommunizieren können.
  3. Qualität der Geräte: Durch den Einsatz von hochwertigen, zuverlässig funktionierenden Geräten, lassen sich unnötige, kostenintensive Serviceeinsätze vermeiden.
  4. Einsatz von Lastenmanagementsystemen: die begrenzte Last kann dadurch intelligent verteilt werden. 

Der Immobilienbetreiber sollte in jedem Fall prüfen, über welche Kapazität die bestehende Infrastruktur verfügt. Dann kann ein Lastenmanagement dabei helfen, die verschiedenen Anforderungen zu koordinieren. In den meisten Fällen besitzt der Hausanschluss Reserven, die zum Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden können. Die Voraussetzung dafür ist, dass nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig laden und relativ lange am Ladepunkt parken.

Vielfältige Möglichkeiten im Neubauprojekt

Während es beim Bestandsbau fixe Vorgaben gibt, bietet ein Neubau ganz andere Möglichkeiten. Deshalb kommt es hier auf eine detaillierte Planung an. Ein entscheidender Punkt ist das Ladeziel: Soll die Ladung der Fahrzeuge mit AC (Wechselstrom) oder DC (Gleichstrom) erfolgen und kommt eine Schnellladesystem in Betracht? Letzteres stellt andere Anforderungen an die Einspeisung. Diese lassen sich in einem Neubau leichter lösen als in einer Bestandsimmobilie.

Für die Installation im Neubau stellt sich zudem die Frage: Wie viel Ladeleistung soll von Beginn an zur Verfügung stehen und welche Leistung wird perspektivisch in Zukunft benötigt? Der Markt entwickelt sich sehr dynamisch. Was heute sinnvoll für die nächsten ein oder zwei Jahre erscheint, könnte in Zukunft viel zu wenig sein. Deshalb sollte ein Projekt zukunftsfähig geplant und aufgebaut sein.

Vernetzung der Systeme im Gebäude

In Abhängigkeit von der Komplexität des Projektes, kann ein Lastenmanagement sinnvoll sein. Denn es macht einen Unterschied, ob für ein Mehrfamilienhaus oder ein ganzes Quartier geplant wird. Bei kleinen Projekten funktionieren Plug- and Play-Lösungen. Bei komplexeren Projekten müssen unterschiedliche Themen Berücksichtigung finden: Hier macht es Sinn, die komplette Stromabnahme zu messen. Wenn fest steht, wie viel Strom noch zur Verfügung steht, kann dieser entsprechend verteilt werden. Je komplexer die Anforderungen sind, desto wichtiger ist eine Systemintegration, die individuell abgestimmt ist. Letztendlich ist Software notwendig, um die Leistung optimal zu verteilen.

Die Energiewende mit dem Cloud-Kraftwerk

Ziel der Elektromobilität ist, eine CO2-neutrale Fortbewegungsmöglichkeit zu bieten. Auf dem Weg zur Energiewende ist sie jedoch nur ein kleiner Teilbaustein. Entscheidend ist das Zusammenspiel der drei Faktoren: Strom, Wärme und Mobilität. Damit sie effizient zusammen arbeiten, ist eine Koppelung der Sektoren nötig. Das funktioniert durch intelligente Steuerung vor Ort und eine konvergente Entwicklung der beteiligten Systeme. Erst dann ist der Weg frei für eine erfolgreiche Energiewende.

Bereits heute gibt es Micro-Grids: Kleine, durch Photovoltaikanlagen eigenversorgte Systeme. Sind diese entsprechend verknüpft, entstehen sogenannte Cloud Kraftwerke. Ein ähnliches Potential bieten die Speicherkapazitäten der E-Auto-Batterien. Aufgrund des stark wachsenden Markts für Elektrofahrzeuge bietet sich ein neues Speicherpotential. Verbindet man dieses mit dem bestehenden Energienetz und setzt intelligente Steuerung ein, entsteht ein riesiges Cloud-Kraftwerk. Damit dies funktioniert, müssen sich die Batterien der Autos nach Bedarf flexibel be- und entladen können. Dafür bedarf es allerdings noch mehr Standardisierung. Erst dann wird es möglich sein, mittels Befehl durch das Homemanagementsystem Energie zurückzuspeisen. Dementsprechend muss auch die Automobilindustrie Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die den Befehl zum Rückspeisen ausführen können.

Fazit: Das Geschäft mit der E-Mobilität entwickelt sich massiv. Das Ende ist noch nicht in Sicht.

Das komplette Online Panel zum Thema mit vielen weiteren Business Cases können Sie sich hier im Archiv anschauen.