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Drei Fragen an Thomas Mika

Thomas Mika (Quelle: Christine Benz, Zürich)
Thomas Mika (Quelle: Christine Benz, Zürich)

Lichtplaner Thomas Mika gründete 2001 in Zürich das Lichtplanungsbüro Reflexion, das mit heute 25 Mitarbeitern zum größten in der Schweiz avancierte und seit 2014 zur Amstein + Walthert Gruppe gehört. Der strategische Kopf des Büros ist Mitglied der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat der Reflexion AG. Thomas Mika verantwortet die Gesamtgestaltung aller Projekte. 2016 bewarb sich das Unternehmen erstmals um den Deutschen Lichtdesign-Preis und gewann in der Kategorie „Verkehrsbauten“ mit der Durchmesserlinie Bahnhof Löwenstraße, Hauptbahnhof Zürich. In der Schweiz wurde das Projekt mit dem Prix Lumière 2016 ausgezeichnet. Im letzten Jahr erhielt die Reflexion AG vier Nominierungen in unterschiedlichen Kategorien, gewann mit drei Projekten und wurde zum Lichtdesigner des Jahres 2017 gekürt. Beim Deutschen Lichtdesign-Preis 2018 ist Thomas Mika als Gastjuror tätig.

Die Light + Building ist die Messe, die für uns Lichtaffine, poetisch formuliert, alle zwei Jahre wie eine Art Frühlingserwachen wirkt, bei dem wir beobachten können, welche schönen - und manchmal weniger schönen - Blüten während des langen Winters entstanden sind. Nüchterner gesprochen, ist es aus technologischen, gestalterischen, systematischen und sozialen Gründen für jeden Lichtplaner äußerst wichtig, auf der Light + Building präsent zu sein, zu sehen, zu studieren, aufzunehmen, zu beurteilen, sich auszutauschen.

1. Nutzt die Industrie bei ihrer Produktentwicklung inzwischen das gesamte bisher verfügbare Potential, welches die LED Technologie bietet?

Obwohl das Gestaltungspotential für schöne, gute und funktionale Leuchten nie ausgeschöpft sein kann, bin ich der Meinung, dass eigentlich alle Bereiche der Leuchtenentwicklung einen guten Umgang mit der LED Technologie gefunden haben.

2. Inwieweit haben sich Ihre Beleuchtungskonzeptionen mit der LED Technologie verändert?

Für die Leuchten bedeutete das eine Veränderung der konstruktiven Struktur. Größen, Proportionen und Komponenten haben sich gewandelt. In der Anwendung stellt man eine größere Vielfalt und Flexibilität fest.

3. Welchen Innovations-Schwerpunkt erwarten Sie auf der L+B?

Neben der spannenden, immer wiederkehrenden „Neuerfindung der Leuchte“ erwarte ich weitere Schritte in den Bereichen der Steuerung, der Konnektivität und des Smart Homes oder Smart Buildings. Ich weise an dieser Stelle aber auch gerne darauf hin, dass die traditionellen Gütemerkmale von guten und schönen Leuchten nichts an ihrer Bedeutung eingebüßt haben. Lichtwirkung, Lichtfarben, Form und Gestaltung der Leuchte als Körper sind nach wie vor zentral.