Ob Klimaschutz, Energiewende, Digitalisierung oder die Transformation des Gebäudesektors – politische Entscheidungen bestimmen mehr denn je den Rahmen für eine nachhaltige, sichere und zukunftsfähige Infrastruktur. Die Light + Building bot politischen Akteuren einen kompakten Überblick über technologische Entwicklungen, die für Gesetzgebung, Förderprogramme und strategische Weichenstellungen relevant sind. Die entsprechenden Technologien waren auf der Light + Building zu erleben. Drei Themen standen im Fokus.
Sustainable Transformation: Klimaziele erreichen
Auf Gebäude entfallen mehr als 30 Prozent der deutschen CO₂-Emissionen. Das Problem: Seit inzwischen fünf Jahren verfehlt der Sektor die Reduktionsziele der Bundesregierung, ohne rasche Trendwende ist das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 kaum mehr zu erreichen. Ziel ist es, bis 2030 die Emissionen auf 65 Millionen Tonnen CO₂ zu reduzieren – mit den aktuellen Maßnahmen wird dieses Ziel mit einer Prognose von 77 Millionen Tonnen CO₂ verfehlt. Dabei gibt es längst Technologien, die mehr Energieeffizienz ermöglichen und die Emissionen massiv senken können.
Die Light + Building 2026 zeigte als Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik Lösungen, die Klimaschutz im Gebäudesektor ermöglichen:
- Energiemanagement: Intelligentes Energiemanagement erfasst Verbrauchsdaten, automatisiert Prozesse und senkt dadurch Emissionen. So kann eine umfassende Digitalisierung den Energieverbrauch in Gebäuden um bis zu 65 Prozent reduzieren – und bis 2030 fast 15 Millionen Tonnen CO₂ in Deutschland einsparen. Auf der Messe zeigten die Hersteller entsprechende Technologien wie Smart Grid, vernetzte Sensorik und integrierte Plattformen.
- E-Ladeinfrastruktur: E-Autos sind weit mehr als reine Stromverbraucher. Intelligent mit dem Gebäude vernetzt, spielen sie eine wichtige Rolle im Energiesystem der Zukunft: Produzieren Windkraft- und Solaranlagen besonders viel Strom, können sie entsprechende Lastspitzen aufnehmen und sogar als flexible Stromspeicher dienen. Das Potenzial gerade bei Wohnanlagen und im Rahmen des Quartiermanagements ist enorm.
Digitalisierung in Gebäuden verringert den Energieverbrauch und die CO² Emissionen
Digitalisierung in Gebäuden zahlt sich aus, so wird der Energieverbrauch bis zu 65 Prozent reduziert und bis 2030 können bis zu 15 Millionen Tonnen CO² eingespart werden.
Smart Connectivity: Chancen der Digitalisierung nutzen
Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Die Gebäude der Zukunft sind smart, digital und vernetzt. Seit 2018 bis 2024 ist die Nutzung von Smart-Home-Technologien von 26 % auf 46 % gestiegen. Die Potenziale – von deutlich höherer Energieeffizienz über verbesserte Betriebsabläufe bis hin zu effizienterer Wartung – sind enorm. Nutzer profitieren zudem von mehr Komfort dank digitaler Anwendungen und einem Plus an Sicherheit im Büro und im eigenen Zuhause.
Die Light + Building 2026 zeigte die Technologien, die Digitalisierung in Gebäuden Realität werden lassen:
- Automatisierung und KI: Automatisierte Systeme optimieren die Raumtechnik – von der Heizung bis zur Beleuchtung – und steigern damit die Effizienz. Künstliche Intelligenz analysiert das Nutzerverhalten und erstellt individuelle Profile. Entsprechend steuern die Systeme Licht oder Heizung und passen sich Veränderungen automatisch an.
- Vorausschauende Wartung: Digitale Systeme erfassen kontinuierlich den technischen Zustand der Gebäudetechnik und planen Wartungsprozesse zustandsbasiert. Das spart Zeit und Kosten. Drohende Probleme werden rechtzeitig gemeldet, Reparaturen finden vorsorglich statt – der Ausfall wichtiger Technik reduziert sich auf ein Minimum.
- Building Information Modelling (BIM): Mit BIM entstehen digitale Gebäudemodelle, die alle relevanten Daten in der Entwicklungs- und Bauphase bündeln. Die Systeme erleichtern die Zusammenarbeit, erhöhen die Effizienz und minimieren Risiken und Fehler. Der nächste Schritt ist BIM Level 3, das Transparenz über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg ermöglicht. Die Light + Building zeigte den Weg dorthin.
- Sicherheitssysteme: Ob Bürogebäude, Wohnanlage oder öffentliche Einrichtung – Schutz vor unbefugten Personen oder dem Zugriff auf sensible Daten wird wichtiger. Moderne, vernetzte Systeme schützen Gebäude optimal, etwa durch digitale Zugangskontrollen, die physischen Schutz und Cybersicherheit verbinden.
Living Light: Potenziale für Gesundheit und Leistungskraft nutzen
Licht hat eine erhebliche Wirkung. Es beeinflusst Wohlbefinden, Leistungskraft und Gesundheit. Es entscheidet darüber, wie gut Menschen sich orientieren können und wie sicher sie sich fühlen. Die Wirkung von Licht ist mittlerweile bestens erforscht und wird in hochwertigen Raumkonzepten gezielt eingesetzt. Besonders entscheidend ist die Richtung, aus der das Licht ins Auge fällt.
Die Light + Building 2026 zeigte moderne Lichtinnovationen für Wohn-, Arbeits- und Stadträume, die die positiven Effekte in den Mittelpunkt stellen:
- Smart & Human Centric Lighting: Das Konzept des Human Centric Lighting (HCL) stellt den Menschen ins Zentrum. Adaptive Lichtkonzepte reagieren auf Tageszeit, Nutzung und Kontext und steigern Wohlbefinden und Konzentration.
- Gesundheit: Gutes Licht macht munter, schlechtes Licht verursacht Unwohlsein. Die Light + Building zeigte biologisch wirksame Lichttechnologien, die den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus unterstützen.
- Arbeitswelten: Die Art und Weise, wie und wo Menschen arbeiten, verändert sich. Auf der Messe präsentierten Hersteller moderne Arbeitsplatzbeleuchtung, Homeoffice-Konzepte und flexible Lichtszenarien für hybride Nutzung.
- Urbane Beleuchtung: Licht spielt im öffentlichen Raum eine zentrale Rolle. Es schafft Stimmung und sorgt für Orientierung und Sicherheit – an Fassaden ebenso wie auf Wegen oder in Parks. Zudem können smarte Lichtsysteme in Städten bis zu 85 Prozent an Kosten einsparen.